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Ferdinand Schurff und Sophia von Freyberg

Ferdinand Schurff    Sophia von Freyberg

Ferdinand und Sophia Schurff
Zeichnungen von Hannelore Thiel nach Originalgemälden

Am 20. April 1608 heiratete der Tiroler Adelige Ferdinand Schurff Sophia von Freyberg aus Hohenaschau. Der für damalige Zeiten in der Welt des Adels ungewöhnlichen Liebesheirat ging eine dramatische Liebesgeschichte voraus.

Schurff war ein hochgebildeter Mann und kriegserfahrener Offizier, Jugendgefährte des späteren Kaisers Ferdinand II., unter dessen Kommando er auch Kriegsdienst gegen die Türken leistete. Sein Vater, Carl Schurff, war Obersthofmeister von Tirol und Kommandant der Burg Kufstein. Dieser heiratete nach dem Tod seiner Frau die Witwe Wilhelms von Freyberg, der auf Schloss Hohenaschau residiert hatte. Polyxena von Freyberg brachte zwei Töchter in die neue Ehe mit: Sophia und Benigna, die als väterliches Erbe Hohenaschau bzw. die Herrschaft Wildenwart erhalten sollten. Die 14-jährige Sophia verliebte sich bei den Hochzeitsfeierlichkeiten unsterblich in den weltläufigen Ferdinand, der jetzt ihr Stiefbruder war.

Drei Jahre mussten die Verliebten trotz intensiver Fürsprache des Erzherzoglichen Hofes in Graz auf die Heiratserlaubnis des bayerischen Herzogs warten. Der bayerische Adel gönnte einem "Ausländer" das Erbe Sophias nicht. Sophia wurde in das "Herzogliche Frauenzimmer", einer Bildungsstätte für bevorzugte adelige Mädchen am Hof zu München "interniert", um sie zum Widerruf ihres Eheversprechens zu bewegen. Sophia aber blieb standhaft.

Herzog Maximilian von Bayern befürchtete militärische Komplikationen, sollte Ferdinand als Ehemann von Sophia die Burg Hohenaschau übernehmen. Im Kriegsfall müsste dieser dann gegen den eigenen Vater auf der gegnerischen Burg Kufstein kämpfen. Der Herzog erteilte schließlich die Heiratsdispens unter folgender Bedingung: Sophia musste auf das ihr zustehende Schloss Hohenaschau verzichten und erhielt stattdessen die Herrschaft Wildenwart, die ursprünglich Benigna zugedacht war. Benigna, nun Erbin des Schlosses Hohenaschau, hatte sich am Tag der Hochzeit von Sophia und Ferdinand auf Befehl des Herzogs mit seinem Ministerialen Johann Christoph von Preysing zu verloben.

1610 übernahm Schurff die Herrschaft Wildenwart und damit auch die Schützengilde seines Herrschaftsbereiches. Die Chronik weist ihn als hervorragenden Schützen aus. Schurff hatte immerhin acht Jahre militärische Erfahrung und er dürfte im Besitz einer besonders präzisen Waffe gewesen sein. Seine Anwesenheit machte jedes Schießen zum spannenden gesellschaftlichen Höhepunkt. Auch finanziell unterstützte Schurff seine Schützen großzügig. Alle von ihm ausgesetzten und gewonnenen Preise stiftete er wieder in die Schützenkasse. Er ließ in Prien eine neue Schießstätte bauen und schenkte dazu der Gilde Grundeigentum.

Sophia und Ferdinand Schurff hatten drei Söhne und sieben Töchter. Der älteste Sohn Wilhelm VI. stürzte 1639 vier Jahre nach dem Tod seines Vaters bei Siggenham vom Pferd und verletzte sich tödlich. Ein Marterl nahe dieser Stelle erinnert noch heute an das Unglück.

Die jüngeren Söhne Carl III. und Ferdinand III. übernahmen gemeinsam die Herrschaft Wildenwarth. Wie ihr Vater Ferdinand übten sie eine milde, väterliche Herrschaft aus. In zeitgenössischen Quellen werden sie als “gar fromme und gottesfürchtige Cavaliere” bezeichnet (von Bomhard, Heimatbuch Prien). Sie machten großzügige kirchliche Stiftungen und unterstützten ihre Untertanen, die durch die Folgen des 30-jährigen Krieges in große wirtschaftliche Not geraten waren. Der Gerichtsverwalter von Hohenaschau tadelte das menschliche Verhalten der Schurff in seinen Berichten, dass diese den Untertanen zuviel Freiheit ließen und sich mit ihnen “sogar gemein” machten.

Die beiden Brüder blieben unvermählt. Die Herrschaft Wildenwarth ging an ihren Neffen Christoph Dißmas Schurff, genannt von Thann, aus Buchersried bei Pfaffenhofen über. Der letzte dieses Geschlechts verkaufte sie 1771 an Graf Max V. von Preysing-Hohenaschau.

In der Priener Pfarrkirche und Taufkapelle ist die Regentschaft der Schurff durch Bildnisse und Grabsteine noch immer allgegenwärtig.

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Schurff-Wappen an der Emporenbrüstung der Priener Pfarrkirche

Mehr Details zur Geschichte der Schurff erfahren Sie in unserer umfangreichen Broschüre, die wir als Ergänzung zur Ausstellung "400 Jahre Schützen in Prien" erstellt haben. Sie erhalten diese bei der FSG oder beim Schützenwirt.


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